Wednesday, 17. August 2005 13:35
Hier ein Artikel vom 17.08.2005 aus der linken Wochenzeitung “Jungle World”.
Witzige Ausschnitte:
Zwischendurch stimmt die Lobpreis-Band immer wieder rockige Glaubenslieder an, die Texte werden mitgesungen, manchmal auch mitgebrüllt. Verhält sich ein Zuhörer irgendwie auffällig oder fällt er gar in Ekstase, eilt ein bereit stehender »Beter« hinzu, legt ihm die Hand auf die Schulter, betet für ihn, und alles wird wieder gut.
Zwischen zwei alten DDR-Bussen stehen die Zelte der Chemnitzer »Jesus Freaks«. Es herrscht Campingidylle, Klappstühle stehen im Kreis, ein Kocher in der Mitte, im Wind flattert eine sächsische Fahne. Die Chemnitzer sind mit ihrem eigenen »Pfarrer« angereist. Stephan Bartel heißt der, und er würde mit seinen kurzen Haaren und der Designerbrille ohne weiteres als Computerfreak durchgehen. Er ist gerade 27 Jahren alt und bereits ausgebildeter Theologe. Studiert hat er an der Freien Theologischen Akademie in Gießen. Mit einem Abschluss von dieser Hochschule für Charismatiker und Evangelikale kann er zwar kein Pfarramt in der evangelischen Landeskirche bekleiden, aber das hat er auch nicht vor. Seine Welt sind die »Jesus Freaks«, die in Chemnitz besonders stark sind. Seine Gemeinde besteht aus 60 Mitgliedern, zu den Gottesdiensten kommen dreimal so viele interessierte Jugendliche. »Ich biete zeitgemäße Formen an. Man erreicht junge Leute nur, wenn man ihre Sprache spricht.« Sein Rezept hat Erfolg.
Quelle: http://www.jungle-world.com/seiten/2005/33/6100.php
Popularity: 7% [?]